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Bernbeuren feiert seinen „Allgäu-Ferrari“


          
   
 Windschnittig: Rudolf Thurner mit der zweiten            Kurz vor dem 40. Jubiläumstreffen verstarb
    Version des Modells. 14 450 Mark mussten die                    Rudolf Thurner 2008 mit 84 Jahren.
  Kunden für die Grundversion auf den Tisch legen.                       Seine Fans waren geschockt.

              
                                      
                 Werner Maier organisiert                                                    23 Renner hatten den Weg nach
                 organisierte diesmal das                                                       Bernbeuren zum 40. Jubiläum
                    50. Jubiläumstreffen                                                                            gefunden.

1177 Kubikzentimeter, 65 PS, 180 km/h Spitzengeschwindigkeit: Mit Ferrari und Co. kann es der Thurner RS
nicht wirklich aufnehmen. Doch der Sportwagen vom Auerberg hat eine große Fangemeinde und ist eine Rarität.
Nur 121 Exemplare wurden von 1969 bis 1974 in Bernbeuren gebaut. Vater des Flitzers mit den markanten
Flügeltüren ist der Münchner Rennfahrer Rudolf „Rudi“ Thurner. Beim 50. Jubiläum, das im Juni groß gefeiert
wird, wird auch an ihn erinnert. Bernbeuren –„Kaum zu Glauben, aber wahr, dieser Flitzer im Traumwagen-Gewand
wurde nicht in Italien, sondern in Bernbeuren gebaut“, sagt Werner Meier. Kein anderer fiebert dem nächsten
Thurner-Treffen mit so viel Herzblut entgegen wie der 49-jährige Bernbeurer: Maier hat die große Ehre,
vom 20. bis 23. Juni das 50. Jubiläum des etwas anderen Sportwagens zu organisieren.
Schon seit 1977 treffen sich die quer über Deutschland und bis in die Schweiz verteilten Besitzer des ultraleichten
Sportflitzers und unternehmen gemeinsame Fahrten. Zum runden Jubiläum plant Maier jetzt mit einer Rekordbeteiligung:
23 fahrbereite der noch 60 existierenden Thurner RS erwartet er in Bernbeuren. Sie werden die legendäre
Bergrennstrecke den Auerberg hinauffahren und auch eine Ausflug auf den Hohen Peißenberg unternehmen.
Natürlich wird auch Maier mit seinem roten „Allgäu-Ferrari“ dabei sein.
Werner Maier organisiert das Jubiläumstreffen.
Den Spitznamen trägt der Thurner RS, seit mit seiner Produktion in Bernbeuren begonnen worden war. Maier war
schon als Bub in den Flitzer und dessen ultraleichte Glasfieber-Karosserie vernarrt. Sie bringt gerade mal 40 Kilogramm
auf die Waage. Die Erinnerung an den Wagen und Firmenchef Rudolf Thurner hält der Bernbeurer mit großer Leidenschaft
am Leben. So nahm er zum Beispiel vor zwei Jahren das Bayerischen Fernsehen mit zu einem Thurner-Treffen nach
Franken und erinnert regelmäßig in Ausstellungen an die Zeit, in der am Auerberg noch Autos gebaut wurden.
Auch wenn die Ära nur fünf Jahre dauerte.
Möglich machte die Produktion Rudolf Thurner, der den Beruf des Maschinenschlossers gelernt und eine Tankstelle
betrieben hatte. Auch als Versicherungskaufmann verdiente sich der Münchner eine Zeit lang seine Brötchen.
Thurners große Leidenschaft galt aber dem Motorsport. Er schaffte den Sprung in die Formel 3 und war in den
1960er Jahren auf dem Nürburgring unterwegs. Ein ums andere Mal landete er auf den vorderen Rängen.
Im Rennzirkus reifte bei dem Münchner der Wunsch, einen Sportwagen zu bauen,
den sich auch Normalsterbliche leisten können.
                  
           Nur 40 Kilogramm wiegt die                                                                Beeindruckt vom Auto:
         Karosserie des Thurner RS 1972                                                         Schlagersänger Rex Gildo                                       
            die Mitarbeiter Erwin Jäger                                                               testete den Thurner RS          

                  allein tragen konnte.                                                                     für die "Bravo.   
                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                             

               
                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                         

1967 entwickelte Thurner zunächst noch in München den Prototypen, den er anschließend dem Auto-Hersteller
NSU in Neckarsulm anbot. Das Interesse der Neckersulmer hielt sich allerdings in Grenzen. Eine Serienproduktion
des Thurner RS kam für sie nicht in Frage. Aber man sagte Thurner Unterstützung mit Bauteilen zu. „Die Herren
waren begeistert von der einzigartigen Flunder“, weiß Maier. „Und von nun an lieferte NSU Bodengruppen, Achsen,
Motoren und Getriebe.“
Ein Kaufmann wurde Thurners Geschäftspartner und bot ihm die leer stehende Fabrikhalle in Bernbeuren an.
Thurner wagte das Abenteuer. Im Dezember 1969 brachte er seine komplette Werkstatteinrichtung an den
Auerberg und gründete sein Unternehmen, das als Rudolf Thurner, Karosseriebau & Sportwagen in die
Automobilgeschichte einging. Insgesamt 121 Autos wurden von 1969 bis 1974 in den Gebäuden der alten
Spinnerei in Handarbeit gefertigt. Vier Männer und zwei Frauen, darunter kein einziger Mechaniker, bildeten
die Crew. Und sie leisteten Beachtliches, bestätigten die Experten immer wieder. Die Qualität des Thurner RS
wurde über den Klee gelobt. Auch Schlagersänger Rex Gildo, der 1972 den Thurner für die Zeitschrift „Bravo“
testen durfte, war begeistert von dem 65-PS-Flitzer mit 1,2 Litern Hubraum. „Wem 65 PS unter der Haube zu
wenig waren, der konnte den NSU-Motor auch auffrisieren lassen“, weiß Maier. Zehn PS mehr kosteten 800 Mark,
das Grundmodell gab es ab 14 450 Mark. Für einen Sportwagen war das auch früher schon ein Schnäppchen.
Das 40. Jubiläum war 2009 ebenfalls mit einem Thurner-Treffen in Bernbeuren gefeiert worden. Auch aus Oberhausen
und dem Westerwald reisten stolze Besitzer an. Der große Durchbruch blieb dem Münchner dennoch verwehrt.
Die Ölkrise ließ die Nachfrage nach flotten Flitzern abflauen, schweren Herzens meldete Thurner 1974 Konkurs an.
Er arbeitete noch bei der Firma Zarges in Weilheim und später bei einer Wach- und Schließgesellschaft, bevor er sich
in Icking bei Wolfratshausen zur Ruhe setzte. Seiner Fangemeinde blieb „Rudi“ aber bis zum Tod treu.
„Es war ein Schock“,
erinnert sich Maier an die Schreckensnachricht im Dezember 2008. Kurz zuvor hatte der Bernbeurer den „Vater“ des
Thurner RS noch in Icking besucht, um ihn zur Jubiläumsveranstaltung „40 Jahre Thurner RS“ einzuladen. „Leider durfte
er sie nicht mehr miterleben.“ Beim 50. Jubiläum werden Maier und alle anderen Thurner-Freunde am 22. Juni nun an
der ehemaligen Produktionsstätte in Bernbeuren eine Gedenktafel enthüllen und die Ehre Rudolf Thurners hochhalten.
Das Thurner-Treffen:
Höhepunkt des Thurner-Treffens ist die Enthüllung der Gedenktafel am Samstag, 22. Juni, um 17.30 Uhr an der
ehemaligen Produktionsstätte. Anschließend werden die 23 Thurner RS auf dem Marktplatz in Bernbeuren präsentiert.
Am Abend wird ab 20 Uhr im Doldewirt mit Filmvorführung
und Musik mit dem Tanz- und Party Duo „STAR – SOUND – EXPRESS“
gefeiert.                                    
In den beiden Tagen davor unternehmen die Thurner-Freunde mit ihren Autos mehrere Ausflüge.
Zu Gast sind sie auch bei ihrem Thurner-Kollegen Jürgen Hack in seiner Werkstatt in Peiting.

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